Wattenrat

Ost-Friesland

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FDP-Kritik am Wattenrat

Pressemitteilung  01. April 2005  Nr. 05/2005

Kritik am Wattenrat durch MdL (FDP) Roland Riese und Deichacht Esens-Harlingerland "schlechter Aprilscherz", "kreativer Umgang" mit der Wahrheit durch den Landtagsabgeordneten Riese, Landesfachausschuss Umweltpolitik der FDP hat in der Tat Bodenabbau im Vorland abgelehnt

Esens. Der Wattenrat Ostfriesland weist die Vorwürfe des Landtagsabgeordneten Riese (FDP) und der Deichacht Esens-Harlingerland zur Kritik an der Kleientnahme aus den Salzwiesen des Nationalparks als "schlechten Aprilscherz" zurück. Nach dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) ist der Nationalpark "Niedersächsisches Wattenmeer" ein Vorrangebiet für Natur und Landschaft und Europäisches Schutzgebiet "Natura 2000" und kein Vorranggebiet für den Küstenschutz. Grundsätzlich habe hier der Naturschutz Vorrang.

Der Landespolitiker Roland Riese (FDP) gehe offensichtlich mit der Wahrheit sehr kreativ um. Sehr wohl habe der Landesfachausschuß Umweltpolitik der FDP am 06. 11. 2004 mehrheitlich den Antrag abgelehnt, Boden aus dem Deichvorland zu entnehmen. Wörtlich heißt es dazu auf einer Webseite der FDP : ""Antrag Nr.411 (Novellierung der Verordnung Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, -Bodenentnahme im Außendeichsbereich. Die Mehrheit der anwesenden LFA-Mitglieder lehnt den Antrag des Kreisverbandes Wesermarsch/Ortsverband Butjadingen ab (gegen 6 Zustimmungen)".

Zu dem Vorwurf der Deichacht Esens-Harlingerland, der Wattenrat sei eine "obskure Gruppe", stellt der Wattenrat fest, dass sich jedermann auf der Webseite www.wattenrat.de selbst ein Urteil dazu bilden könne. Der Wattenrat ist ein Zusammenschluss verbandsunabhängiger Naturschützer aus der Küstenregion Ost-Frieslands und hat auch Mitglieder in den Niederlanden. Der Wattenrat arbeitet ausschließlich ehrenamtlich ohne finanzielle Zuschüsse. Der Vorwurf, der Wattenrat sein "kein anerkannter Naturschutzverband" sei absurd. Der Wattenrat ist deshalb kein anerkannter Verband, weil er nicht niedersachsenweit flächendeckend vertreten ist. Das sei die Voraussetzung für eine offizielle Anerkennung des Landes Niedersachsen. Sogar große Naturschutzorganisationen wie der WWF oder Greeenpeace seien keine "anerkannten Verbände".

Der Wattenrat beklagt, dass in den letzten Jahrzehnten fast 220 Quadratkilometer wertvollste Salzwiesen im gesamten europäischen Wattenmeer von Esbjerg bis Den Helder vorrangig zu landwirtschaftlichen Produktionsflächen eingedeicht wurden. Jetzt fordere ausgerechnet der Oberdeichrichter Janßen die Entnahme von Kleiboden aus den Salzwiesen, um landwirtschaftliche Flächen im Binnenland zu schonen. Janssens landwirtschaftlicher Betrieb am Jheringsgroden bei Carolinensiel habe durch die dortige Eindeichung 1986 aus ausschließlich öffentlichen Mitteln (ca. 8 Millionen DM) wirtschaftlich erheblich profitiert. Es sei ein Skandal, dass sich dieser ausgewiesene Naturschutzgegner jetzt als Naturschützer profilieren wolle.

Selbstverständlich unterstütze der Wattenrat, wie alle Naturschützer, den Küstenschutz nach dem Motto: "Soviel Küstenschutz wie nötig, soviel Naturschutz wie möglich." Dies war bisher der bestehende Konsens im Lande, den ausgerechnet der Umweltminister Sander in Zusammenarbeit mit einigen Deichverbandsvertretern jetzt aushöhlen möchte.

Der Wattenrat hat inzwischen beim Niedersächischen Umweltministerium angeregt, auch binnendeichs gelegene landeseigene Gründlandflächen und landwirtschaftlich genutzte Flächen in Sommerpoldern des Nationalparks, die keine Salzwiesen sind, für die Bodenentnahme zu nutzen und diese Flächen später zu renaturieren.

Anzeiger für Harlingerland, Wittmund Freitag, 1. April 2005

Gegenwind für den "Wattenrat"

Deichacht und FDP weisen Kritik an Minister Sander zurück

esen/EUJ - Enschieden weisen die Deichacht Esens-Harlingerland und die FDP Ems-Jade die Kritik des "Wattenrats" an Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander zurück. Der Minister habe bei seiner Küstenbereisung mit der Deichacht keiner "dumpfen Naturschutzfeindlichkeit" das Wort geredet; vielmehr sei es ihm um Bürokratieabbau und Kostenminderung gegangen, so Deichrichter Jan Steffens gestern dem harlinger gegenüber. Steffens, Oberdeichrichter Hans-Hermann Janßen und Deichachtgeschäftsführer Meinhard Edzards hoben hervor, dass es sich bei dem Wattenrat um eine "obskure Gruppe" weniger radikaler Umweltschützer handele, die kein anerkannter Naturschutzverband sei. Die Deichacht hoffe, dass die Bevölkerung das richtig bewerte. Die Mehrheit sei für eine Vorrangstellung des Küstenschutzes. Die FDP bezichtigt den Wattenrat der Falschinformation. Ein Antrag auf Verbot von Bodenentnahme im Deichvorland für den Deichbau sei vom Landesfachausschuss Umwelt ebenso wenig wie vom Landesparteitag verabschiedet worden.

 
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